Eine volle Kirche, Musik, Licht, Videos und ein Publikum, das begeistert mitmachte: Am vergangenen Sonntag ist die neue Konzertreihe „Shine On“ des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken in Rhede gestartet. Rund eine Stunde lang konnten die Besucherinnen und Besucher die Zeit anhalten, innehalten und den Kirchenraum mit allen Sinnen erleben.
Eine gemeinsame Reise vom Schatten ins Licht
„Wir wollten keinen klassischen Konzertabend gestalten, sondern die Menschen auf eine gemeinsame Reise mitnehmen – vom Außen nach Innen, vom Schatten ins Licht“, sagte Popkantorin Christina Golldack, die das musikalische Konzept entwickelt hat. Unterstützt wurde sie dabei von Thomas Regitz, Jugendreferent des Kirchenkreises, und Jugendlichen, die sich im Technikteam engagieren. „Die Zusammenarbeit war großartig. Die Jugendlichen waren mit viel Energie dabei und haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass dieser Abend so lebendig geworden ist.“
Die Band an diesem Abend bestand aus den drei Sängerinnen Debbie Wilcock, Christina Golldack und Anna Schulte, sowie Niklas Berger am Klavier und Mario Lammers am Cajon.
Zu Beginn lag die Evangelische Kirche Rhede fast vollständig im Dunkeln. Zu „Time After Time“ tropfte auf der Leinwand langsam eine Sanduhr. Nach dem ersten Lied wurde das Tropfen angehalten: „Lasst uns gemeinsam die Zeit anhalten“, lud Christina Golldack das Publikum ein. Mit „Here I Am to Worship“ ging die Reise weiter.
Interaktives Konzert mit großem Publikum
Die Songs – darunter „Hosanna“, „Jedes Wort von dir“, „In Christ Alone“, „Oceans“ und „If I Ain’t Got You“ – wurden von eigens produzierten Videos und einer auf die Musik abgestimmten Lichtgestaltung begleitet. Wörter wie „Hoffnung“ und „Glauben“ erschienen zu „Jedes Wort von dir“, Wasserwelten begleiteten „Oceans“, und beim Lied „Do It in Love“ wurde das Publikum selbst Teil des Geschehens: Gemeinsam formten die Besucherinnen und Besucher bei jeder Wiederholung des Wortes „Love“ ein Herz mit ihren Händen.
Auch Pfarrer Markus Totzeck nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise. In einer meditativen Passage sprach er über Wahrnehmung und erinnerte an die Erfahrung einer Sonnenfinsternis: Was mag es für Menschen früher bedeutet haben, wenn mitten am Tag die Sonne verschwand und unklar war, ob und wann das Licht zurückkehren würde?
Künstler Norbert Then unterstützt Gottesdienst mit seinem Werk Traumfänger
Ein besonderes Element des Abends war das Kunstwerk „Der Traumfänger“ des Stadtlohner Künstlers Norbert Then, das als Leihgabe Teil der Inszenierung war. Licht und Schatten, Bilder, Musik und die Gestaltung des Kirchenraums griffen die Themen des Abends immer wieder auf.
„Es war beeindruckend zu erleben, wie aufmerksam die Menschen diesen Abend mitgegangen sind“, sagt Christina Golldack. „Das Publikum war bunt gemischt – von jung bis alt – und hat sich auf die Musik, die Bilder und die gemeinsamen Momente eingelassen.“
Im November geht es mit "Shine On" in Gemen weiter
Den Abschluss bildete „Get on Up“. Während der Fürbitte von Markus Totzeck sangen die drei Sängerinnen im Dunkeln das Lied „Wenn der Abend kommt“. Danach verließen die Menschen in völliger Stille die Kirche.
Nach dem Auftakt in Rhede geht die Konzertreihe weiter: Am 8. November ist „Shine On“ in der Evangelischen Johanneskirche Gemen zu erleben. Weitere Termine folgen 2027 in Borghorst, Nordwalde und Coesfeld.



