Seelennahrung - Impulse für jeden Monat
Der Impuls für Juni 2026 stammt von Mareike Sievers, Presbyterin Nottuln
Listen
Einkaufslisten schreiben – wie oft tue ich das?
Mal auf Papier, mal schnell im Smartphone. Digital vernetzt noch eben eine Nachricht schreiben, die Onlineliste ergänzen, und schon bringt ein Familienmitglied die fehlenden Dinge mit oder ich packe noch etwas Zusätzliches in den Einkaufswagen.
Wünsche können spontan berücksichtigt werden.
Mit meinen Kindern entstehen oft besondere Gespräche.
Wir fantasieren, spinnen Gedanken weiter und verfolgen Ideen. Manchmal weiß ich nicht, wie die konkreten Gesprächswendungen entstehen, so auch dieses Mal. Als ich frage: „Brauchen wir noch etwas? Gibt es einen besonderen Wunsch für die Einkaufsliste?“, taucht plötzlich ein Gedanke auf:
Eine Einkaufsliste an Gott. So eine Liste haben ich noch nie geschrieben, die Kinder auch nicht.
Wir fragen uns: Was brauchen wir eigentlich von Gott?
Wir beginnen zu überlegen. Wünsche, Bedürfnisse, Erwartungen, Ideen und verrückte Einfälle wirbeln zunächst durcheinander wie trockenes Laub im Wind.
Das Karussell des Alltags dreht sich: Schule, Arbeit, Freunde, Freizeit, Haushalt, Termine. Alles scheint wichtig und dringend, so vieles, was man brauchen könnte.
Aber, was gibt es eigentlich von ihm zur Auswahl, kann man das einfach bestellen?
Der Gedanke an eine Liste für Gott verändert etwas in unserem Denken. Wir lächeln. Unsere Gedanken werden ruhiger. Aus dem Durcheinander entsteht die Frage:
Was brauchen wir tatsächlich?
- Was ist uns wirklich wichtig?
Plötzlich treten viele der eben noch dringenden Punkte in den Hintergrund.
Wir merken: Eigentlich brauchen wir gar nicht so viel. Und wir haben bereits so vieles bekommen.
Wir beginnen neu zu sortieren – unseren Alltag, unsere Wünsche und unsere Erwartungen im Licht unseres Glaubens zu betrachten.
Am Ende entsteht keine lange Liste, nur ein einziger Wunsch. Eine Bitte. Und gleichzeitig ein Dank:
„Lass uns DICH spüren in den Momenten, in denen wir vom Leben (zu) viel spüren.“

Ich bin immer wieder erstaunt, wie klar Kinder bei diesen Themen werden können und dankbar, für solch schöne Ideen.
Seit diesem Gespräch ertappe ich mich immer wieder bei Gedanken an die Liste für Gott,
immer mal etwas anderes würde darauf stehen.
Die Gedanken aber helfen mir auch dankbar wahrzunehmen, wie viel ich längst bekommen habe, auch ohne jemals darum gebeten zu haben.
