Seelennahrung für jeden Monat

Jeden Monat wird ein kleines Gericht für die Seele auf dieser Seite eingestellt - eine Seelenspeise, Herzensgedanken für den Glauben - verkosten Sie es und lassen sich überraschen.
Verantwortlich für die Seelenspeisen ist der Ausschuss Gottesdienst und Spiritualit.
Der Impuls von Oktober 2026 stammt von Prädikantin Dr. Esther Sühling, Billerbeck
Headerbild : „Jesus lacht“, Abtei Iona – nach der Zeichnung „Jesus Christ, Liberator“ von Willis Wheatley (1973)
Lachen gegen das Achselzucken
Das letzte Wort hat das Lachen
Vor ein paar Tagen ist Sachsen-Anhalt ist ein AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten gewählt worden, mit 4 Stimmen mehr, als seine Unterstützer Abgeordnete haben.
Eigentlich hätte mich das empUnd ich habe mit den Schultern gezuckt. So ist es eben, dachte ich. Was soll ich schon tun?
Erst später hat mich das erschreckt. Früher hätte ich mich aufgeregt, hätte mir irgendetwas überlegt, mit Freundinnen telefoniert. Für mich ist ja doch klar: Mit dem Menschenbild der AfD kann ich als Christin nicht mitgehen. Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild, ohne Ausnahme.
Aberdiesmal war da nur dieses Achselzucken. Und darunter, wenn ich ehrlich bin, etwas ganz anderes: Ich hätte weinen können. Als Psychotherapeutin weiß ich, dass Abstumpfen oft Selbstschutz ist. Wir gewöhnen uns nicht an etwas, weil es uns egal ist, sondern weil es zu sehr wehtut. Und weil man ohnmächtig ist. Nichts ändern kann. Aber genau so verschieben sich leise die Maßstäbe, bis das Unerträgliche normal wirkt.
Kurz darauf sprach ich mit Stephanie, einer befreundeten Pfarrerin in den USA. Ich fragte sie: „Gewöhnst du dich eigentlich an Trump und Co und seine menschenverachtende Politik, die nichts mit Jesus zu tun hat?“ Sie sagte spontan: „Ich bin dankbar für die Komiker. Jeden Abend erinnern sie uns: Das ist nicht normal.“
Seitdem denke ich viel über das Lachen nach. Nicht über das Lachen, das andere klein macht. Sondern über das Lachen, das mich wieder wach macht. Das mir zeigt: Ich muss mich nicht fügen.
Im Mittelalter gab es einen schönen Brauch: Am Ostermorgen brachte der Prediger die Gemeinde zum Lachen. Weil der Tod nicht das letzte Wort hat. Weil Jesus den Tod überwunden hat.
Ich kann nicht alles ändern. Ich kann das tun, was mir wichtig ist. In meinem Rahmen
Ich will mich nicht gewöhnen.
Und dabei kann mir das Lachen helfen.
„Gott hat mir ein Lachen zugerichtet.“ (1. Mose 21,6)

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