Seelennahrung - Impulse für jeden Monat

Jeden Monat wird ein kleines Gericht für die Seele auf dieser Seite eingestellt - eine Seelenspeise, Herzensgedanken für den Glauben - verkosten Sie es und lassen sich überraschen.

Verantwortlich für die Seelenspeisen ist der Ausschuss Gottesdienst und Spiritualit.


Der Impuls für Februar stammt von Ralf Groß, Pfarrer und Geistlicher Begleiter, Borken

 

 

 

Unterwegs.

Da will ich eigentlich nur ankommen.

Nur manchmal kommt es anders als man denkt.

Mein Kopf war randvoll.
Eine Stunde Supervision und Probleme wälzen lagen hinter mir.
Das lässt sich nicht einfach so abschalten. Ich entscheide mich, mir Zeit zu lassen. Aufs gerate Wohl nach Hause zu fahren, mal nicht den direkten Weg.
Gut so. Denn sonst wäre ich nie so überrascht worden wie an diesem Tag.
Ich fahre abseits der üblichen Wege. Welchen kleinen Weg soll ich diesmal nehmen? Das Navi läuft mit.
Oh, Überraschung, was zeigt es denn da an: Gottesort. So heißt die nächste Straße.
Na, das lass ich mir nicht zweimal sagen. Da will ich hin. Gibt es den Ort wirklich?

Ich überzeuge mich und halte an. Tatsächlich. Das Straßenschild heißt Gottesort.

Ich steige an diesem schönen Tag aus. Niemand zu sehen. Kein Auto. Ein Bauernhaus. Mitten in der Pampa.
Ich kann nicht behaupten, Gott gesehen zu haben.
Das braucht es auch nicht.
Ich habe einen schönen Ort gefunden, an dem ich einige Momente in mich gehen konnte und das Gefühl hatte, Gott ist mir nah, überraschend nah, an einem Ort, an dem ich nicht damit gerechnet habe.
Ob deswegen der Ortsname so gewählt wurde?
Wie dem auch sei, die Last der schweren Gedanken vom Problemwälzen war mit einem Mal verflogen.

Ich kann´s jedem nur empfehlen, ab und an mal Umwege zu fahren und sich umzuschauen, wo es denn hier langgeht und was links und rechts der Strecke zu finden ist.
Es kann sein, dass Du Deinen Gottesort findest oder soll ich sagen, dass er Dich findet?

Ich war zwar über eine Stunde länger unterwegs als gedacht und glücklich.
Diesmal war es ein Straßenschild, dass mich daran erinnert hat: Gott lässt sich finden.
Morgen ist es vielleicht etwas oder jemand anderes. Auch gut.

In meiner Erinnerung behalte ich die Erfahrung, die ich jedem wünsche:
Ich war wieder ganz bei mir, sozusagen bei mir zuhause, obwohl ich unterwegs war.

Und mit dem guten Gefühl bei Gott mein wahres Zuhause zu haben, kann ich auch mal Umwege fahren und wirklich ankommen.