Gleich mehrere wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Evangelischen Kirche im Münsterland standen auf der Tagesordnung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, die am Samstag, 20. Juni, in Emsdetten tagte.
Die rund 100 Mitglieder des Kirchenparlaments, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern der 20 Kirchengemeinden sowie der Arbeitsbereiche des Kirchenkreises zusammensetzt, wählten mit großer Mehrheit die 58-jährige Ochtruper Pfarrerin Imke Philipps zur neuen Superintendentin. Zudem beschlossen die Synodalen, einen Vereinigungsprozess mit den Nachbarkirchenkreisen Münster und Tecklenburg einzuleiten. Bereits einen konkreten Schritt auf diesem Weg gehen die Kirchenkreise Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster in der evangelischen Jugendarbeit: Die Synode verabschiedete die Konzeption und das Finanzkonzept für eine gemeinsame synodale Jugendarbeit beider Kirchenkreise.
Imke Philipps zur Superintendentin gewählt
Nach dem Wechsel von Susanne Falcke zur Evangelischen Kirche von Westfalen nach Bielefeld war das Amt der Superintendentin vakant geworden. Imke Philipps, seit 2011 Pfarrerin in Ochtrup-Metelen war die einzige Bewerberin. Von den 73 stimmberechtigten Synodalen votierten 64 für die Pfarrerin.
In ihrer Vorstellungs- und Wahlrede beschrieb Philipps Leitung als einen Prozess des aufmerksamen Wahrnehmens und Begleitens. „Für mich beginnt Leitung mit Aufmerksamkeit. Was entwickelt sich in unserem Kirchenkreis und in unserer Gesellschaft? Was will werden?“, sagte Philipps. Kirche lebe davon, „dass Gottes Geist Menschen bewegt, Menschen tröstet, verbindet und auf neue Wege führt“.
Mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen stellte sie fest, dass viele Menschen heute ohne kirchliche Bindung aufwachsen und oft weder nach Kirche noch nach Glauben suchen. Umso wichtiger sei es, Menschen mit dem Evangelium in Berührung zu bringen. „Wir haben die beste Botschaft der Welt“, betonte sie. Kirche müsse deshalb „mitten im Leben der Menschen präsent bleiben“ und Wege finden, Zugehörigkeit zu erleichtern.
Vereinigungsprozess mit Münster und Tecklenburg
Eine weitere richtungsweisende Entscheidung traf die Synode mit dem einstimmigen Beschluss, einen Vereinigungsprozess mit den Evangelischen Kirchenkreisen Münster und Tecklenburg einzuleiten. Eine Steuerungsgruppe soll nun die Grundlagen für den Prozess erarbeiten. Auf der Sommersynode 2027 soll dann über eine mögliche Vereinigung entschieden werden.
Hintergrund sind die sinkenden Mitgliederzahlen sowie rückläufige personelle und finanzielle Ressourcen. Axel Gehrmann, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises, der die Synode leitete, warb für den eingeschlagenen Weg: „Die Rahmenbedingungen für unsere Kirche verändern sich seit vielen Jahren. Solcher Wandel ist aber für Kirche eher normal. Kirche, wie Leben insgesamt, bedeutet Wandel. Unser Vorteil ist: Wir gehen mit Gottes Führung durch diesen Wandel.“
Die Vision eines vereinigten Kirchenkreises sei es, sich gegenseitig zu bereichern, Neues entstehen zu lassen und langfristig handlungsfähig zu bleiben.
Gemeinsame Jugendarbeit beschlossen
Ein Arbeitsbereich ist bereits einen Schritt weiter: Die Synodalen verabschiedeten die Konzeption sowie das Finanzkonzept für eine gemeinsame synodale Jugendarbeit der Kirchenkreise Münster und Steinfurt-Coesfeld-Borken. Damit werden bestehende Kooperationen weiter ausgebaut und strukturell abgesichert.
Klimaschutzkonzept für den Kirchenkreis in Kraft gesetzt
Einen weiteren wichtigen Beschluss fasste die Synode im Bereich Klimaschutz. Sie setzte das Klimaschutzkonzept der drei Münsterland-Kirchenkreise für den Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken in Kraft. Zu den zentralen Zielen gehören eine Reduzierung des kirchlichen Gebäudebestandes um bis zu 40 Prozent bis zum Jahr 2035 sowie der weitere Ausbau von Photovoltaikanlagen.
Einführung der neuen Popkantorin und Grüße aus Kirche und Kommune
Bereits zu Beginn der Synode wurde die neue Popkantorin des Kirchenkreises, Christina Golldack, in einem Gottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche Emsdetten in ihren Dienst eingeführt. Den musikalischen Rahmen gestaltete sie gemeinsam mit dem Popkantor des Kirchenkreises Münster, Philipp Holmer, Kantorin Simone Schnaars und den beiden Musikerinnen Anna Schulte und Debbie Wilcock.
Grußworte überbrachten die Erste Stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Emsdetten, Beatrix Steinbach-Möllers, Kreisdechant Dr. Ludger Kaulig für die katholische Kirche, Katrin Göckenjan-Wessel für die Evangelische Kirche von Westfalen sowie Superintendent André Ost für die benachbarten Kirchenkreise Tecklenburg und Münster.


