Pressemitteilung Kirchenkreis Steinfurt Coesfeld Borken

Kirchenkreis feierte Partnerschaftsgottesdienst in Gronau

"Gottes Segen kennt keine Grenzen"

Gestalteten gemeinsam den Gottesdienst: v.l. Petra Gehrke, Conny Weseloh, Jennifer Klee, Vongai Monica Mujakachi, Kerstin Hemker, Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra. Foto: Knorr

„Sei ein Segen für andere“ – dazu rief die aus Simbabwe stammende Poetryslammerin Vongai Monica Mujakachi auf. Foto: Knorr

Mit einem Partnerschaftsgottesdienst in Gronau hat der Evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken am Sonntag nach Pfingsten die Verbundenheit mit der Ost-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Simbabwe (ELCZ) gefeiert. Seit 2013 verbindet beide Kirchen eine enge Partnerschaft, die durch gemeinsame Projekte und gegenseitige Besuche mit Leben gefüllt wird.

Den Gottesdienst gestalteten Diakonin Jennifer Klee und die Pfarrerin im Ruhestand Kerstin Hemker. Für die musikalische Begleitung an Orgel und Klavier sorgte Friso Wyckelsma. Als besonderer Gast wirkte die aus Simbabwe stammende Poetry-Slammerin Vongai Monica Mujakachi mit, die heute in Trier lebt. Bereits am Vorabend hatte sie gemeinsam mit Wyckelsma einen musikalisch-literarischen Abend in der Stadtkirche gestaltet.

Verbunden über Kontinente hinweg

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Thema „Segen“. Gottes Segen verbinde Menschen über Grenzen, Sprachen und Kontinente hinweg, sagte Kerstin Hemker zu Beginn. Diese Erfahrung prägt auch die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis und der Ost-Diözese in Simbabwe. Traditionell werden am Sonntag nach Pfingsten in beiden Kirchen Partnerschaftsgottesdienste gefeiert, in denen man voneinander hört, füreinander betet und die Verbundenheit stärkt.

Mitglieder des Partnerschaftskomitees stellten verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit vor. Petra Gehrke und Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra berichteten unter anderem über die Frauenarbeit der Vashandiri in Simbabwe und erklärten die Bedeutung der Kleidung, an der sich erkennen lässt, zu welcher Kirchengemeinde Menschen gehören.
Gerade in einer Zeit zunehmenden Nationalismus seien internationale Partnerschaften wichtiger denn je, betonte Petra Gehrke. Partnerschaften könnten „Mauern einreißen oder wenigstens Löcher in diese picken“.
Wie konkret die Zusammenarbeit wirkt, zeigte Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra anhand eines konkreten Projekts. „Die Partnerschaft lebt von Besuchen und Gegenbesuchen“, sagte sie. Bei einer Delegationsreise von Gästen aus Simbabwe in den Kirchenkreis sei die Vision entstanden, in Gurungweni eine Schule zu bauen. Für viele Kinder, insbesondere Mädchen, sei der Weg zur nächstgelegene, weit entfernten Schule gefährlich gewesen. Der Kirchenkreis unterstützte das Vorhaben. Inzwischen wurde die Schule eröffnet, derzeit entsteht ein naturwissenschaftlicher Trakt.

Segen als Geschenk Gottes

In ihrer Predigt ging Kerstin Hemker der Frage nach: „Wo bist du von Gott gesegnet?“ Dabei verwies sie auf unterschiedliche Sprachgewohnheiten. Während man in Deutschland eher „Viel Glück“ wünsche, sei in Simbabwe ein „God bless you“ alltäglich. „Segen ist wie ein Kaleidoskop – man entdeckt immer wieder neue Facetten. Je nachdem, wie das Licht einfällt“, sagte Hemker. Segen lasse sich weder kaufen noch erzwingen. „Er ist ein Geschenk Gottes. Er gilt dir. Gott gibt ihn ohne Gegenleistung.“
Wie Menschen in Simbabwe Segen verstehen, wurde auch durch zwei Videobotschaften aus einer Partnergemeinde deutlich. Darin schilderten Gemeindemitglieder, welche Bedeutung Gottes Segen für ihr Leben hat.

Zum Abschluss trug Vongai Monica Mujakachi ein eigens für den Gottesdienst geschriebenes Gedicht vor. Darin ermutigte sie die Zuhörenden, Segen weiterzugeben und selbst zu Übermittlerinnen und Übermittlern von Segen zu werden – durch einen Anruf, eine Nachricht oder Freundlichkeit im Alltag. Besonders eindrücklich formulierte sie: „Vielleicht ist der größte Segen nicht, was wir bekommen, sondern das, was wir für andere werden.“
Nach dem Gottesdienst lud das Partnerschaftskomitee ins benachbarte Gemeindehaus ein. Bei simbabwischen Speisen kamen Gäste und Mitwirkende miteinander ins Gespräch und ließen die Begegnung in geselliger Atmosphäre ausklingen.