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Ehemalige Synagoge in Epe wird zum Kulturzentrum

Die ehemalige Synagoge in Epe ist als Kulturzentrum „Haus Lebenstein“ wiedereröffnet worden. Als Dritter Ort bietet es Raum für Bildung und Begegnung.

Ansgar Hörster (1.v.r) und Ministerin Ina Brandes (2.v.r) eröffnen gemeinsam mit dem Förderverein der jüdischen Gemeinde Haus Lebenstein feierlich.

Ansgar Hörster (1.v.r) und Ministerin Ina Brandes (2.v.r) eröffnen gemeinsam mit dem Förderverein der jüdischen Gemeinde Haus Lebenstein.

Anlässlich des landesweiten Tags der Dritten Orte wurde die ehemalige Synagoge in Epe am 12. September als Kulturzentrum „Haus Lebenstein“ wiedereröffnet. Das Kulturzentrum soll künftig die Funktion eines Dritten Ortes in Epe erfüllen – eines frei zugänglichen sozialen Raums, der weder Arbeitsplatz noch eigenes Zuhause ist.

Interessierte können den Begegnungsraum ab sofort online über die Website www.hauslebenstein.de anfragen oder an den dort angekündigten Veranstaltungen teilnehmen. Künftig soll die ehemalige Synagoge ein vielfältiges Kultur- und Bildungsangebot zu den Themen Demokratieförderung, Erinnerungskultur und Bürger*innendialog bieten.

Benannt ist das Kulturzentrum nach Salomon Lebenstein, dem Stifter der Synagoge. Er wurde während des NS-Regimes gemeinsam mit seiner Familie gewaltsam deportiert und ermordet.

Ministerin Ina Brandes eröffnet Haus Lebenstein

Zur Eröffnungsfeier waren zahlreiche Unterstützer*innen des Projekts zu Gast. Unter den Gästen waren Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgermeister Jörg von Borczyskowski, Vertreterinnen des Förderkreises Alte Synagoge Epe, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster sowie Vertreter*innen des Kulturbüros als Projektverantwortliche.

Die Eröffnung wurde mit Live-Musik und einer Führung durch die Ausstellung „Lost Place – Die ehemalige Synagoge in Epe vor dem Umbau“ feierlich begangen. Ein besonderes Highlight war die stillgelegte Mikwe – ein Bad, das im Judentum der rituellen Reinigung und Wahrung der rituellen Reinheit dient. Die Ausstellung kann noch bis zum 8. November kostenlos besucht werden.

1907 bis heute – Haus Lebenstein als Raum mit Geschichte und Zukunft

Das Haus Lebenstein befindet sich in der ehemaligen Synagoge der jüdischen Gemeinde Epe. Das Gebäude wurde 1907 errichtet und war über viele Jahre ein wichtiger religiöser und gesellschaftlicher Ort für die jüdische Gemeinschaft im Dorf. Während der nationalsozialistischen Verfolgung wurde das jüdische Leben in Epe zerstört. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge verwüstet. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und für unterschiedliche Zwecke genutzt.

Erst durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie des Förderkreises Alte Synagoge Epe e. V. rückte die historische Bedeutung des Gebäudes wieder stärker in den Mittelpunkt. 2018 wurde die ehemalige Synagoge unter Denkmalschutz gestellt und bauhistorisch untersucht.

Heute sind Spuren der unterschiedlichen Nutzungsphasen bewusst sichtbar geblieben. Mit dem Haus Lebenstein wird das Gebäude nicht rekonstruiert, sondern als authentischer Ort weitergeführt – als Raum, der Geschichte sichtbar macht und zugleich offen für Gegenwart und Zukunft ist.