Kirchenkreis Steinfurt Coesfeld Borken

Abschied von Lisa Aufenberg und Heike Bergmann

"Zwei Menschen, die Güte sichtar machten"

v.l. Heike Bergmann, Lisa Aufenberg

Mit einem gemeinsamen Abschied hat der Evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken am 8. September Lisa Aufenberg und Pfarrerin Heike Bergmann in den Ruhestand verabschiedet. Im Haus der Kirche und Diakonie würdigte Dr. Thorsten Jacobi, stellvertretender Assessor und Schulreferent des Kirchenkreises, zwei Frauen mit unterschiedlichen beruflichen Wegen – und einer gemeinsamen Haltung: „Beide waren immer für die Menschen da.“
Über der Verabschiedung stand die Tageslosung: „Wer auf Gott, den Herrn, hofft, den wird die Güte umfangen.“ Ein passendes Wort für einen Abschied, fand Jacobi. Denn Abschied bedeute, Vertrautes loszulassen und sich zugleich auf Neues einzulassen.

Räume für Menschen schaffen
Heike Bergmann studierte Theologie in Bochum und Wuppertal und absolvierte ihren Entsendungsdienst als Seelsorgerin beim Berufsbildungswerk der Stiftung Volmarstein. Dort begegnete sie Jugendlichen, die, so Jacobi, hofften, „nicht immer nur von ihren Defiziten her verstanden, sondern von Güte umfangen zu werden“.
Es folgten Stationen in Gronau, Ochtrup und Ahaus, bevor Bergmann vor rund 20 Jahren das Frauenreferat des Kirchenkreises übernahm. Besonders wichtig waren ihr das ökumenische Miteinander und die Begleitung ehrenamtlich engagierter Menschen.
Die Oasen-Gemeinschaft im niederländischen Losser wurde zu einem wichtigen Ort ihrer Arbeit. Für Jacobi war das Bild der Oase zugleich ein treffendes Bild für Bergmanns Wirken: „Räume zu schaffen, in denen man zusammenkommen und Stärkung erfahren kann.“
Sie begleitete Menschen in der Evangelischen Frauenhilfe und in Besuchsdiensten, Gemeindesekretärinnen ebenso wie Prädikantinnen und Prädikanten und wirkte an Presbytertagen und Ehrenamtsfesten mit. Damit habe sie immer wieder vermittelt: „Euer Engagement ist wertvoll. Ihr seid wichtig. Und ihr seid nicht allein unterwegs.“

„Ich schaue mal, wie ich Ihnen weiterhelfen kann“

Lisa Aufenberg kam 2009 zum Kirchenkreis. Sie arbeitete zunächst für die Diakonie, später im Schulreferat und in Teilen der Erwachsenenbildung. Sie erlebte zahlreiche Veränderungen im Haus – und wurde selbst zu einer verlässlichen Konstante.
Eine ihrer besonderen Stärken sei von Anfang an gewesen: „Wenn jemand anruft, dann wird ihm auch geholfen“, sagte Jacobi. Ein „Dafür bin ich nicht zuständig“ habe es bei ihr nicht gegeben. Ihre Haltung sei vielmehr gewesen: „Ich schaue mal, wie ich Ihnen weiterhelfen kann.“
Für Jacobi war das „Verwaltung im besten Sinne“: „Nicht nur Vorgänge bearbeiten, sondern Menschen tatsächlich weiterhelfen.“ Aufenberg übernahm immer wieder zusätzliche Aufgaben, engagierte sich im Freud-und-Leid-Team und bei der Organisation von Präventionsschulungen. Besonders oft sprang sie ein, wenn Kolleginnen oder Kollegen ausfielen.
„Ihre Zuverlässigkeit, Ihre Kooperationsbereitschaft und Ihre Fröhlichkeit - diese drei Eigenschaften werden besonders in Erinnerung bleiben“, sagte Jacobi.

Güte mit Händen und Füßen
Am Ende verband Jacobi die Lebenswege beider Frauen noch einmal mit dem Bibelwort des Tages. Güte sei nicht abstrakt. Sie könne ein freundliches Wort sein, ein Gespräch oder eine helfende Hand. Und sie brauche Menschen, die sie sichtbar machen.
„Güte muss Hände und Füße bekommen“, sagte Jacobi. Heike Bergmann und Lisa Aufenberg hätten dafür auf unterschiedliche Weise gesorgt: „Du, liebe Heike, und Sie, liebe Frau Aufenberg, haben dafür gesorgt, dass die Güte Hand und Fuß hatte, dass sie Menschen begleitete und anleitete, dass sie zuhörte und ermutigte, dass sie am Telefon saß und einsprang, wenn es nottat.“
Mit Dank, guten Wünschen und Musik verabschiedete die Hausgemeinschaft beide in den Ruhestand.