Rund 40 Presbyterinnen und Presbyter aus dem Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken kamen am 8. März, dem Internationalen Frauentag, in der Gnadenkirche Gescher zum „Tag der Presbyterien“ zusammen. Unter dem Motto „Zwischenbilanz – einmal innehalten“ nahmen sie sich Zeit, um auf die ersten zwei Jahre ihrer Amtszeit zurückzublicken, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für ihr Ehrenamt mitzunehmen.
Moderiert wurde der Tag von Wiebke Böhmer. Die selbstständige Trainerin berät Führungskräfte und war selbst einmal Presbyterin ihrer Kirchengemeinde. Gleich zu Beginn machte sie deutlich, worum es an diesem Nachmittag gehen sollte: „Zwei Jahre liegen hinter Ihnen, zwei Jahre folgen noch – heute wollen wir gemeinsam Zwischenbilanz ziehen: auf Gelungenes schauen, auf Herausforderungen blicken und fragen, was trägt.“
Starke Momente im Presbyteramt
In ersten Gesprächsrunden erinnerten sich die Teilnehmenden an besonders prägende Momente ihrer Arbeit. Die Aufgabe lautete: den stärksten Augenblick zu benennen, in dem man gespürt habe, dass das eigene Engagement etwas bewegt.
Eine Presbyterin berichtete von einer schwierigen Situation im Presbyterium: „Am Ende haben wir eine gemeinsame Entscheidung getroffen – und sie dann auch gemeinsam getragen. Das hat mich sehr bestärkt.“
Andere erzählten von ganz praktischen Erfolgen. So berichtete eine Gemeinde, dass es gelungen sei, einen Gottesdienstplan zu erstellen, bei dem alle zwei Wochen eine Ehrenamtliche oder ein Ehrenamtlicher den Gottesdienst gestaltet. Wieder andere betonten die gute Zusammenarbeit in ihren Leitungsgremien: „Wir sind einfach ein richtig gutes Team im Presbyterium.“
Leitung als Brücke
Ein Bild zog sich durch den Nachmittag: Leitung als Brücke. Eine Brücke verbinde zwei Seiten miteinander – die Leitungspersonen befinden sich dazwischen, so Böhmer. Genau darin liege die besondere Aufgabe von Presbyterinnen und Presbytern: in diesem „Dazwischen“ zu agieren.
Etwas provokanter wurde es bei der nächsten Aufgabe. Böhmer fragte: „Mit dem Wissen von heute – würden Sie sich noch einmal zur Wahl stellen?“
Auch darüber diskutierten die Teilnehmenden zunächst in kleinen Gruppen. Die anschließenden Rückmeldungen waren überwiegend positiv. „Ja – wenn das Team so bleibt“, sagte eine Teilnehmerin. Eine andere meinte: „Ja, ich möchte das, was wir begonnen haben, auch zu Ende bringen.“ Und eine dritte fasste es so zusammen: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich für meine Kirche zu engagieren.“
Spannungsfelder der Gemeindeleitung
In weiteren Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Presbyterinnen und Presbyter mit typischen Spannungsfeldern kirchlicher Leitung. Dazu gehörten etwa der Erhalt von Gebäuden bei gleichzeitigem verantwortlichen Umgang mit Ressourcen, der Auftrag als geistliche Leitung und die Erwartungen des Kirchenkreises oder die Vielfalt der Meinungen in einem Presbyterium bei gleichzeitigem Wunsch, nach außen als Einheit aufzutreten.
Dabei wurde deutlich: Viele Entscheidungen im Presbyterium sind komplex. „Es gibt oft kein einfaches Richtig oder Falsch“, lautete eine Erfahrung, die mehrere Teilnehmende teilten.
Sichtbar machen, was gelungen ist
Zum Abschluss sammelten die Teilnehmenden gemeinsam, was in den vergangenen zwei Jahren in ihren Gemeinden gelungen ist. Auf der Liste standen ganz unterschiedliche Beispiele: ein Kirchenjubiläum, ein neues Kirchendach, Adventskranzbasteln, der Verkauf von Wohnhäusern, ein genehmigtes Haushaltssicherungskonzept oder gemeinsame Gottesdienste an Christi Himmelfahrt. Auch Projekte wie ein erfolgreich beendetes Kirchenasyl, ein Mitarbeitendenfest, eine neue Photovoltaikanlage oder eine abgeschlossene Renovierung fanden ihren Platz.
Für die musikalischen Akzente des Tages sorgten Superintendentin Susanne Falcke und der Dülmener Presbyter Peter Giese. Gemeinsam mit den Teilnehmenden studierten sie mehrere Lieder ein und sangen sie zusammen – verbindende Momente im Laufe des Tages.
Zum Abschluss erhielten alle eine Postkarte mit der Aufschrift „Es ist gut, dass du da bist“. Darauf konnten sie Gedanken, Impulse oder persönliche Vorhaben notieren. In 100 Tagen werden die Karten vom Kirchenkreis zurückgeschickt – als kleine persönliche Wiedervorlage.
Tag der Presbyterien in Gescher
In den Arbeitseinheiten kam die Teilnehmenden intensiv miteinander ins Gespräch. Foto: Kirchenkreis / Knorr
Das Dülmener Presbyterium war mit acht von 16 Mitgliedern angereist und bekam dafür einen Preis. Foto: Kirchenkreis / Knorr




