Katja Gröning ist seit fast 20 Jahren in der Notfallseelsorge engagiert. Zum 1. Januar 2026 wurde sie vom Kreissynodalvorstand zur Koordinatorin und Notfallseelsorge-Beauftragten im Kreis Borken berufen. Neben diesem Ehrenamt arbeitet sie in der Friedhofsverwaltung der Kirchengemeinde Gronau und ist stark in der Mitarbeitendenvertretung engagiert.
Was machen Sie als Koordinatorin und Notfallseelsorge-Beauftragte?
Nach dem Wechsel der langjährigen landeskirchlichen Koordinatorin der Notfallseelsorge im Münsterland, Alexandra Hippchen, in den Schuldienst habe ich Teile ihrer Aufgaben übernommen. Gemeinsam mit dem katholischen Koordinator für Notfallseelsorge, Eugen Chrost, führe ich Bewerbungsgespräche mit Menschen, die sich für die Ausbildung zur Notfallseelsorgerin oder zum Notfallseelsorger interessieren. Außerdem leiten und koordinieren wir gemeinsam das Teams der Notfallseelsorgenden im Kreis Borken, machen Einsatznachbesprechungen, sind ansprechbar für Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei, organisieren Fortbildungen und sind für die Gesamtorganisation der Verwaltung zuständig.
Warum ist diese Arbeit wichtig?
Als Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger stehen wir Betroffenen und Angehörigen in den ersten Stunden nach einem Notfall zur Seite. Wir begleiten Angehörige bei der Identifizierung Verstorbener und unterstützen die Polizei, wenn eine Todesnachricht überbracht werden muss. Ein schwerer Unfall oder ein plötzlicher Schicksalsschlag kann das Leben innerhalb weniger Augenblicke grundlegend verändern. In solchen Situationen ist es wichtig, dass Menschen da sind, die Halt geben, zuhören und Orientierung bieten.
Was motiviert Sie, sich seit fast 20 Jahren in der Notfallseelsorge zu engagieren?
Ich engagiere mich in der Notfallseelsorge, weil ich Menschen in akuten Krisensituationen beistehen und ihnen in Momenten von Schock, Verlust oder Verzweiflung Halt geben möchte. Es motiviert mich, in Ausnahmesituationen Ruhe, Struktur und Mitgefühl zu vermitteln und Betroffene nicht allein zu lassen.
Meine neue Aufgabe als Leitung gehe ich mit großem Respekt an. Ich möchte Verantwortung übernehmen. Qualität und Verlässlichkeit sicherstellen und die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen bestmöglich unterstützen. Notfallseelsorge lebt nicht von Einzelnen, sondern vom Miteinander. Diese Form der kollegialen Begleitung ist für mich alles andere als selbstverständlich. Leitung heißt für mich nicht, allein zu entscheiden, sondern Prozesse zu moderieren, Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam die Notfallseelsorge kontinuierlich weiterzuentwickeln. Respekt, Transparenz und Beteiligung sind mir ein großes Anliegen.

