Gott spricht: "Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)
Gedanken zur Jahreslosung von Lukas Klee, Diakon in Gronau:
Nach der Jahreslosung des vergangenen Jahres, in der es ums Prüfen ging, folgt nun das Neumachen. Es klingt zunächst wie ein Satz aus Werbung und Alltag: Neu ist immer besser. Doch stimmt das wirklich?
Kirche erlebt derzeit große Umbrüche. Vertrautes fällt weg, Kirchen und Gemeindehäuser werden aufgegeben, Strukturen verändern sich. Dabei stellt sich die Frage, ob all das der Prüfung nicht standgehalten hat. Ob es als nicht gut genug befunden wurde.
Ich tue mich schwer mit dem Gedanken, dass neu automatisch besser sein soll. Vielleicht ist das auch gar nicht die Botschaft dieser Jahreslosung. Gott sagt nicht: Macht etwas, was es vorher noch nie gab. Er sagt auch nicht: Fangt von vorne an. Gott sagt: Ich mache alles neu. Der entscheidende Punkt ist: Gott selbst handelt.
Alles wird neu gemacht. Nicht nur das, was als zukunftsfähig gilt, sondern auch das, was sich bewährt hat. Neumachen kann bedeuten, dass Bewährtes wiederbelebt wird, neue Kraft bekommt und frischen Wind spürt. Vertraute Formen, Rituale und Menschen sind nicht ausgeschlossen.
Dieser Gedanke macht mir Mut. Denn er schließt niemanden aus. Wenn neu auch bedeutet, mit neuem Mut weiterzugehen, dann habe ich Lust auf das Jahr 2026.

