Kirchenkreis Steinfurt Coesfeld Borken Pressemitteilung

Vorstellung der Superintendentin-Kandidatin Imke Philipps

Synodalabend lud zum Kennenlernen ein

Imke Philipps (l.) im Gespräch mit Moderatorin Wiebke Böhmer (r.).

Moderatorin Wiebke Böhmer.

Imke Philipps. Fotos: Knorr

Am 20. Juni entscheidet die Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken in Emsdetten über die Nachfolge von Superintendentin Susanne Falcke. Mit Imke Philipps, 58 Jahre alt, gebürtige Ostfriesin und Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Ochtrup-Metelen, gibt es eine Bewerberin für das Amt. Bei einem Synodalabend im Dorothee-Sölle-Haus in Ahaus hatten Interessierte die Gelegenheit, die Theologin persönlich kennenzulernen. Wer nicht vor Ort sein konnte, konnte die Veranstaltung per Zoom verfolgen.

Persönliche Einblicke und Verständnis von Leitung
Die Moderation übernahm Wiebke Böhmer, die vielen im Kirchenkreis bereits von den Presbyter:innentagen bekannt ist. Mit einer Mischung aus Humor, Sachkenntnis und spürbarer Neugier führte sie durch den Abend.
Zu Beginn begrüßten Assessor Axel Gehrmann und Uwe Riese, Vorsitzender des Nominierungsausschusses, die Teilnehmenden. Mit Blick auf die Zahl der eingegangenen Bewerbungen machte Riese deutlich: „Nicht die Anzahl, sondern die Qualität ist entscheidend.“ Zugleich erinnerte er an die Bedeutung des Amtes. Die Wahl gilt für acht Jahre – Jahre, in denen große Herausforderungen auf den Kirchenkreis warten.

„Wir wollen heute Abend den Menschen Imke Philipps kennenlernen“, kündigte Böhmer an. Deshalb hatte sie die Kandidatin gebeten, einen Gegenstand mitzubringen, der für sie Leitung symbolisiert. Philipps entschied sich für ein Hebammenstethoskop – ein Instrument, mit dem die Herztöne eines ungeborenen Kindes gehört werden können.
„Ich bin eine Hörende“, sagte sie und verwies auf die biblische Bitte König Salomos um ein „hörendes Herz“. Zuhören sei für sie eine zentrale Leitungsaufgabe. Dabei gehe es darum, Menschen wahrzunehmen und gleichzeitig einen gesunden Abstand zu bewahren.
Leitung bedeute aber auch, Entscheidungen zu treffen. „Ich habe keine Angst vor Konflikten“, betonte sie. Wichtig seien ihr Transparenz, eine gute Kommunikation und die Fähigkeit, die Menschen mitzunehmen. Hilfreich sei dabei auch ihre Ausbildung zur Supervisorin.
Auf die Frage, wann sie ganz in ihrem Element sei, musste Philipps nicht lange überlegen: „Wenn ich ein Paul-Gerhardt-Lied singe. Wenn ich eine Torte backe und diese dann mit anderen in schöner Atmosphäre esse.“
Kraft schöpft sie aus ihrem Glauben. „Ich glaube an das Prozesshafte, daran, dass wir uns entwickeln, dass jede und jeder von uns sich entwickelt und dass Gott sich mit uns entwickelt.“ Ihre Überzeugung: „Gott ist mit uns unterwegs. Gerade in Zeiten des Wandels vertraue sie darauf, dass Gottes Geist Zukunft eröffnet und Leben wachsen lässt.“

Herauforderungen und Chancen für den Kirchenkreis
Dass auf den Kirchenkreis anspruchsvolle Jahre zukommen, ist Philipps bewusst. Sinkende Mitgliederzahlen, weniger finanzielle Mittel sowie der Rückgang haupt- und ehrenamtlichen Engagements seien Herausforderungen, denen sich die Kirche stellen müsse. Überzeugt zeigte sie sich davon, dass eine Vereinigung mit den Nachbarkirchenkreisen im Münsterland der richtige Weg sei. „Nur so haben wir Strukturen, die stabil sind “, sagte sie. Gleichzeitig sei es entscheidend, die Kirchengemeinden mitzunehmen. Die Menschen vor Ort müssten sich weiterhin mit ihrer Kirche identifizieren können. Gelinge das, lägen in einer Vereinigung große Chancen. Bei allen Strukturdebatten dürften jedoch die Nähe zu den Menschen und die geistliche Mitte nicht verloren gehen.
Für die Zukunft wünscht sich Philipps eine offene und einladende Kirche. „Wir müssen eine Kirche sein, bei der jede und jeder, der Lust hat mitzumachen, andocken kann.“ Besonders wichtig sei ihr, jüngere Menschen anzusprechen und Menschen zu ermutigen, über ihren Glauben zu sprechen.
Die Ökumene bezeichnete Philipps als wichtigen Bestandteil kirchlichen Lebens. „Ökumene öffnet den Blick über den Tellerrand“, sagte sie. In ihrer Gemeinde Ochtrup-Metelen erlebe sie ein selbstverständliches und vertrauensvolles Miteinander der Konfessionen, für das sie sehr dankbar sei.

Respekt vor dem Amt und Zuversicht für den Weg
Mit Blick auf die kommenden Jahre formulierte sie einen Wunsch: Die Menschen sollten weiterhin Orte haben, mit denen sie sich identifizieren und an denen sie Gemeinschaft erleben können. Sie hofft, dass „wir als Kirchenkreis gut zusammen durch diese Zeit kommen und dass unsere Gemeinschaft hält“. Dabei verhehlte sie nicht, dass sie großen Respekt vor dem Amt der Superintendentin und der Verantwortung, die dieses mit sich bringt, habe. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich. Durch den Kreissynodalvorstand und Superintendentin Susanne Falcke seien viele wichtige Weichen bereits gestellt worden. „Die Züge sind auf die Schienen gesetzt worden und rollen. Wir müssen gut auf dem Weg bleiben.“

Am Ende des Abends machte Philipps deutlich, warum sie sich um das Amt beworben hat. Sie spüre Respekt vor der Aufgabe, zugleich aber große Freude und Zuversicht. „Ich höre den Ruf zu etwas Neuem“, sagte sie. „Und ich vertraue darauf, dass Gottes Geist uns in den Veränderungen Wege zeigt.“

Im Anschluss an das Gespräch hatten die Teilnehmenden im Dorothee-Sölle-Haus und an den Bildschirmen die Möglichkeit, eigene Fragen an die Kandidatin zu richten.