Am Freitag, 27. Februar, kamen rund 100 Mitglieder des Kirchenparlaments des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken zu einer Sondersynode im Pictorius-Berufskolleg in Coesfeld zusammen. Schwerpunktthema war die Gebäudeentwicklung. Zugleich war es die letzte Synode unter Leitung von Superintendentin Susanne Falcke, die am 1. Mai ihr Amt als theologische Vizepräsidentin der Evangelischen Kirche von Westfalen antritt.
Die Superintendentenstelle ist ausgeschrieben und wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres wiederbesetzt. Bis dahin leitet Pfarrer Axel Gehrmann (Bocholt) den Kirchenkreis kommissarisch. Die Wahl der neuen Superintendentin oder des neuen Superintendenten ist für die Sommersynode im Juni vorgesehen.
Zukunft kirchlicher Gebäude
Unter der Überschrift „Zukunft kirchlicher Gebäude“ referierte Oberkirchenrat Dr. Ralf Henning Krause, Finanzexperte der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er betonte, dass es sich um ein pastorales, bauliches und finanzielles Thema mit städtebaulichen und politischen Dimensionen handelt. Ziel sei eine beweglichere Kirche mit weniger, klimafreundlich betriebenen und flexibler nutzbaren Gebäuden. Herausforderungen seien unter anderem Verwaltungsprozesse und Denkmalschutz.
Krause äußerte Verständnis für die Schwierigkeit, Kirchen aufzugeben, und nannte mögliche Wege: Anmietung von Räumen in Leerständen, Umnutzung von Gemeindehäusern, Stilllegung von Kirchen als Sommerkirchen sowie der Verkauf von Pfarrhäusern. Auch könne es sinnvoll sein, neuere Gebäude zu veräußern und Mittel in ältere Bauten zu investieren. Die Praxis der Erbpacht erschwere Verkäufe häufig. Zugleich sprach er sich für eine deutliche Reduzierung des Verwaltungsaufwands aus: „Es muss mehr Geld für die Menschen vor Ort und für die Gemeindearbeit übrig bleiben.“
Als Entscheidungskriterien nannte er den tatsächlichen Bedarf – „nicht Räume suchen Nutzungen, sondern Nutzungen suchen Räume“ –, Möglichkeiten energetischer Sanierung, Nachnutzbarkeit, städtebauliche Bedeutung, Verhältnis von Marktwert und Nutzen sowie Kosten von Stilllegung und Rückbau.
In einer Arbeitsphase berieten die Synodalen in Gruppen über Kriterien und Unterstützungsbedarfe der Gemeinden. Die Zukunft kirchlicher Gebäude bleibt eine drängende Aufgabe.
In den vergangenen Jahren wurden im Kirchenkreis bereits mehrere Gebäude aufgegeben beziehungsweise befinden sich im Verkaufsprozess, darunter die Kirchen in Nottuln, Borken, Gronau-Epe, Vreden, Weseke und Burlo sowie das Gemeindehaus in Coesfeld.
Weitere Themen der Synode
Im zweiten Teil der Synode warb Dr. Thorsten Jacobi, Schulreferent des Kirchenkreises, für eine Auseinandersetzung mit der derzeit in Revision befindlichen Kirchenordnung. Er stellte zentrale Aspekte vor und erläuterte Gründe, sich mit der Kirchenordnung zu befassen.
Zum Abschluss der Synodaltagung dankte Assessor Axel Gehrmann Susanne Falcke für ihren Einsatz als Superintendentin in den vergangenen vier Jahren. Susanne Falcke verabschiedete sich mit persönlichen Worten. Die 18 Jahre im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken bezeichnete sie als „wichtige und prägende Zeit“ – sowohl privat als auch beruflich. Vier Jahre lang war sie Superintendentin des Kirchenkreises, zuvor 14 Jahre Gemeindepfarrerin in Dülmen. Sie sicherte zu, dass sie dem Kirchenkreis verbunden bleiben werde, und dankte den Synodalen herzlich für das Miteinander. Die Synodalen würdigten dies mit stehenden Ovationen.

