Kirchenkreis Steinfurt Coesfeld Borken

Pfarrer Hans-Peter Marker in den Ruhestand verabschiedet

Pfarrer Hans-Peter Marker wurde am zwölften Juli in der Großen Evangelischen Kirche von Burgsteinfurt verabschiedet.

Gruppenbild zum Abschied mit Pfarrer Hans-Peter Marker (Mitte, 9. v. links) vor der Kirche. Foto: Rainer Nix

Hans-Peter Marker auf der Kanzel. Foto: Rainer Nix

Hans-Peter Marker predigte zum letzten Mal. Foto: Rainer Nix

Nur ungern ließ Guido Meyer-Wisching, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Burgsteinfurt, seinen Amtsbruder Hans-Peter Marker ziehen. „Danke für die gute Zusammenarbeit auf vielen Ebenen“, betonte Meyer-Wirsching. Pfarrer Marker kam in 2015 mit seiner Familie nach Burgsteinfurt und brachte sich dort mit ganzem Herzen ein, wofür ihm bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 12 Juli in der Großen Evangelischen Kirche ein hohes Maß an Wertschätzung entgegengebracht wurde.

Ein großer Abschied in Steinfurt

Auch Joachim Anicker, einstiger Superintendent des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld Borken und seine Nachfolgerin Susanne Falcke, heute theologische Vizepräsidentin der Evangelischen Kiche von Westfalen und einstige Weggefährten sowie die jetzige Superintendentin Imke Philipps waren unter den Gästen. Ebenso die katholischen Pfarrer, Kreisdechant Dr. Ludger Kaulig, Steinfurt und Andreas Ullrich, Laer. Aus dem weltlichen Bereich verabschiedeten unter anderem Steinfurts Bürgermeister Christian Franke und Manfred Kluthe, Bürgermeister in Laer, den scheidenden Pfarrer. In der letzten Phase seiner Amtszeit war Hans-Peter Marker zu 75 Prozent Seelsorger der evangelischen Christen in Burgsteinfurt und zu 25 Prozent in Laer aktiv.

Ein Pfarrer mit unverkennbarem Humor

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit ((2. Timotheus 1,7). Mit diesem Bibelvers war der Gottesdienst überschrieben, dessen Lieder Marker persönlich aussuchte. Darunter „Meine Seele singe“, „Wohl denen, die noch träumen in dieser schweren Zeit“ sowie „Und ein neuer Morgen“. Falcke betonte in ihrer Ansprache das seine warmherzige und menschenfreundliche Zurückgenommenheit Marker in seinem Dienst besonders stark machte. Mit diesen Eigenschaften sei er den Menschen begegnet. Er habe die Hoffnung, die Christen trage, beim Predigen sowie auch an anderer Stelle mit Bedacht in Worte gefasst, durch die alle, die ihm begegneten, sich verstanden und angenommen wussten. „Eine ganzheitliche Umsicht beim Planen und Bedenken neuer Schritte, auch die Liebe, diesen freundlichen Blick auf dein Gegenüber habe ich immer wieder wahrnehmen dürfen“, hob die Theologische Vizepräsidentin hervor. Sie bescheinigte Pfarrer Marker einen unverwechselbaren Humor, „der immer wieder unerwartet und plötzlich hervorlugte und den Ernst des Geschehens wunderbar brach.“

Hans-Peter Marker begrüßte bei seiner letzten Predigt nicht mit den Worten „Liebe Gemeinde“, vielmehr sagte er „Ihr Lieben“: „Weil ich mich Ihnen und Euch besonders verbunden fühle, gerade an diesem Tag, an dem ich in den Ruhestand verabschiedet werde.“ Damit richtete er sich gleichermaßen an seine Familie, an Freundinnen und Freunde, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen, Hauptamtliche und Ehrenamtliche. Ihnen begegnete er an zahlreichen Orten, vom Fußballplatz in Dröschede bis hin zum Schützenfest in Hollich, wo er längere Zeit wohnte. Die längste Zeit war Marker im Kirchenkreis Iserlon tätig. Seine Laufbahn begann als Gemeindepfarrer in Dröschede, wo er damals mit seiner Familie wohnte und wo auch die vier Kinder aufwuchsen.

„Es ist mir wichtig, einen biblischen Text in Verbindung zu bringen mit unseren Lebens- und Glaubensfragen und -geschichten, mit dem Leben so wie es ist und wie es sein könnte“, charakterisierte Marker seine Predigten. „Mir sind dabei die biblischen Texte ans Herz gewachsen, in denen Gottes Geist und Kraft der Liebe und der Besonnenheit aufleuchtet, in denen sich eine neue Perspektive auftut.“

„Ich bin eingetaucht in viele Lebensgeschichten und ich bin dankbar für das Vertrauen, das ihr mir geschenkt habt, ich habe viel von euch gelernt.“

„Wir sind uns begegnet in Gottesdiensten, bei schönen Anlässen und auch traurigen“, fasste der Pfarrer seine Erfahrungen zusammen. „Ich bin eingetaucht in viele Lebensgeschichten und ich bin dankbar für das Vertrauen, das ihr mir geschenkt habt, ich habe viel von euch gelernt.“

Klingender Abschluss mit dem Posaunenchor

Musikalisch begleiteten Kantorin Simone Schnaars und der CVJM Posaunenchor den Abschiedsgottesdienst. Letztlich wurde Marker von seinen Aufgaben in den Gemeinden entpflichtet. Zahlreiche Menschen legten ihm die Hand auf und segneten ihn für seinen weiteren Lebensweg. Weggefährtinnen und Weggefährten nahmen die Gelegenheit wahr, Worte des Grußes und der guten Wünsche zu sprechen. Auch Steinfurts Bürgermeister Christian Franke war darunter, der das Engagement des Pfarrers mit anerkennenden Worten würdigte. Für sein Wirken unter den evangelischen Christen in Laer fand Bürgermeister Manfred Kluthe angemessene Worte: „Du hast den Menschen Mut gemacht, Hoffnung gegeben und Gemeinschaft gestärkt – nicht laut und spektakulär, sondern mit einer Verlässlichkeit und Herzlichkeit, die man spüren konnte.“ Die Laerer hatten noch vor einiger Zeit schweren Herzens ihre Matthäuskirche aufgeben müssen.

Die Verabschiedung Pfarrer Markers mündete in zahlreichen gute Gesprächen auf der Kirchwiese vor dem Burgsteinfurter Gotteshaus.  

 

Text: Rainer Nix