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Neue Notfallseelsorgende beauftragt in Coesfeld

Acht neue Ehrenamtliche unterstützen die Seelsorge des Kirchenkreises. Erfahren Sie, wie such Sie aktiv werden können.

Hintere Reihe, v.l.: Tina Hörbelt, Oline Marinho e Campos, Enno Adam, Josch Ringelkamp, Sarah Schröder Vordere Reihe, v.l.: Johanna Autering, Svenja Mittendorf. Foto: Kirchenkreis

Ein Anruf mitten in der Nacht. Eine Haustür, die von Polizeibeamten geöffnet wird. Die Nachricht, dass ein geliebter Mensch plötzlich verstorben ist. Eine erfolglose Reanimation. Ein schwerer Verkehrsunfall. Augenblicke, in denen für Betroffene nichts mehr ist, wie es einmal war. Genau dann beginnt die Arbeit der Notfallseelsorge – ruhig, zugewandt und an der Seite der Betroffenen.

Am 10. Juli 2026 wurden im Rahmen eines Gottesdienstes acht neue ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger offiziell in den Dienst der Notfallseelsorge im Kreis Coesfeld aufgenommen. Sie haben den 100-stündigen Grundkurs erfolgreich absolviert und werden künftig Menschen in akuten Krisensituationen begleiten. Die neuen Ehrenamtlichen sind:

  • Olinda Marinho e Campos (Billerbeck)
  • Tina Hörbelt (Coesfeld)
  • Josch Ringelkamp (Capelle)
  • Enno Adam (Billerbeck)
  • Johanna Autering (Lüdinghausen)
  • Svenja Mittendorf (Dülmen Merfeld)
  • Sarah Schröder (Dülmen Merfeld)

Mit der Einführung endet die Ausbildung jedoch noch nicht. In den kommenden Monaten werden alle neuen Notfallseelsorgenden von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Gemeinsam werden erste Einsätze vorbereitet und durchgeführt. Darüber hinaus absolvieren sie Praktika bei der Polizei und im Rettungsdienst, um die enge Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften kennenzulernen und weiter zu vertiefen.

Notfallseelsorge - Ein unentbehrliches Ehrenamt

Die Notfallseelsorge ist ein unverzichtbarer Bestandteil der psychosozialen Akuthilfe. Sie wird gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche im Kreis Coesfeld getragen. Sie wird von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmiert, wenn Menschen plötzlich mit einem schweren Schicksalsschlag konfrontiert werden. Dazu gehören unter anderem die Begleitung von Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen, die Betreuung nach erfolglosen Reanimationen, die Unterstützung bei der Überbringung von Todesnachrichten sowie die Begleitung nach schweren Verkehrsunfällen, Bränden oder anderen belastenden Ereignissen.

Landrat Dr. Schulze Pellengahr betonte in seinem Grußwort, dass sich der ehrenamtliche Dienst der Notfallseelsorgenden kaum in Worte fassen lasse. Sie können den Schmerz nicht nehmen und Geschehenes nicht rückgängig machen. Aber sie schenken etwas, das in diesen Momenten unbezahlbar ist: Zeit, Nähe, Ruhe und das Gefühl, nicht allein zu sein. Oft sind sie die ersten, die bleiben, wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ihren Einsatz beendet haben.

Überkonfessionell und interreligiös - Notfallseelsorge für alle

Die Mitarbeitenden der Notfallseelsorge engagieren sich ehrenamtlich und unentgeltlich. Sie stehen allen Menschen zur Seite – unabhängig von Religion, Konfession oder Weltanschauung. Zwar wird die Notfallseelsorge im Auftrag der Kirchen getragen, Ihr Dienst gilt jedoch allen Menschen, die sich in einer akuten seelischen Ausnahmesituation befinden. Mit den acht neuen Ehrenamtlichen wächst das Team der Notfallseelsorge im Kreis Coesfeld weiter. Ihr Engagement ist ein starkes Zeichen für Mitmenschlichkeit, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie haben sich bewusst für ein Ehrenamt entschieden, das fordert, berührt und oft an die eigenen Grenzen führt. Gleichzeitig ist es ein Dienst, der Hoffnung schenkt und zeigt, dass in den dunkelsten Stunden niemand allein sein muss.

Nächster Ausbildungskurs  2027 in Planung

Die Notfallseelsorge im Kreis Coesfeld sucht weitere Menschen, die sich für dieses besondere Ehrenamt interessieren. Für das Jahr 2027 ist bereits der nächste Ausbildungskurs geplant. Gesucht werden Personen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Menschen in außergewöhnlichen Lebenssituationen beizustehen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – wichtiger sind Einfühlungsvermögen, Verlässlichkeit, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf dieses verantwortungsvolle Ehrenamt einzulassen.