„Wir haben so sehr gehofft, dass wir die neuen Lehrerhäuser an unserer Sekundarschule Gurungweni mit Photovoltaik ausstatten können. Nun konnten wir dank der Hilfe des Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken nicht nur die drei Lehrerhäuser fertigstellen, sondern auch auf den Häusern eine Photovoltaik installieren. Bringt unseren großen Dank an alle Menschen, die diese gute Veränderung durch ihrer Spenden ermöglicht haben“, fasste Regai Mwaratu, engagiertes Mitglied der Frauenarbeit „Vashandiri“ in der Ost-Diözese der Evangelisch-lutherischen Kirche in Simbabwe, ihren Dank zusammen, den sie persönlich an Kerstin Hemker und Conny Weseloh richtete.
Partnerschaft trägt Früchte
Im Rahmen einer Studienfahrt, die in Kooperation der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft e.V. und der Evangelischen Erwachsenenbildung durchgeführt wurde, trafen Kerstin Hemker und Conny Weseloh sowohl Vertreterinnen der Frauenarbeit also auch Pastor Stewart Howe und Bischof Vushebwashe Mhaka in einem Planungsgespräch sowie im Gottesdienst. „Die seit 13 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen Deutschland und Simbabwe trägt gute Früchte,“ fasste Bischof Mhaka die Wirkungen im Gespräch zusammen. Da kann zum einen die Entwicklung der sogenannten „Preachingpoints“ genannt werden. Der Kirchenkreis fördert an zehn Standorten, die sich langsam zu kleinen Gemeinden entwickeln, die missionarische Präsenz der Ost-Diözese durch regelmäßige Gottesdienstangebote und Konfirmandenunterricht. Die Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer konnten durch das Programm „Care and share“ zu Weihnachten mit Beträgen von ca. 150 US$ aufgebessert werden. Eine sehr willkommene Unterstützung, da die Gehälter komplett durch Spenden der Gemeinden aufgebracht werden müssen und sehr gering sind. In einer zusätzlichen Spendenkampagne ermöglichten engagierte Christen die Operation einer Pfarrersfrau, die an einem Gehirntumor leidet.
Und last not least wurde die langjährige Unterstützung für zwei Sekundarschulen, die sich in Trägerschaft der Ost-Diözese entwickeln, von den simbabwischen Mitgliedern des Partnerschaftskomitees erwähnt. In der Martin-Luther Sekundarschule in Burure konnte nach 10 Jahren die Batterie erneuert werden und in Gurungweni eine neue Anlage installiert werden.
Photovoltaik in Gurungweni
In Deutschland ist es so selbstverständlich, dass durch das Drücken des Lichtschalters die Lampe angeht, der Kühlschrank die Lebensmittel frisch hält und das Handy selbstverständlich aufgeladen wird. Anders ist es in Gurungweni, einem kleinen Dorf ca. 250 km südlich der Provinzstadt Masvingo. Während der Regenzeit, die in diesem Jahr fast zu gut ausfiel, dauert die Fahrt von Masvingo schnell bis zu sechs Stunden über schlammige Wege und durch unkalkulierbare Flussläufe. An der Schule verbessert nun die Photovoltaikanlage das Leben der neun Lehrerinnen und Lehrer gewaltig. Es konnte ein Router installiert werden, der die Verbindung zu den Familien der Lehrer ermöglicht, die nicht in Gurungweni leben und den Lehrern eine Verbindung zur Welt gewährleistet.
Bei der Installation halfen junge Auszubildende aus dem Berufsbildungszentrum „Young Africa“ in Chitungwiza, denen die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft e.V. eine berufliche Grundbildung finanziert.
Hilfe für Alvin Shonai
Im Gottesdienst in Chitungwiza wurde Kerstin Hemker auf das Schicksal des 7-jährigen Alvin Shonai aufmerksam gemacht, der seit seiner Geburt an einer schweren Form von Cerebralparese leidet, so dass er nicht gehen und nur eingeschränkt schlucken kann. Bislang hat ihn seine Großmutter immer getragen. Da er zu schwer geworden ist, wünschte sich sie sich einen Rollstuhl, der für sie unbezahlbar war. Dank Social Media spendeten Freund:innen von Kerstin Hemker innerhalb eines Tages die benötigte Summe.
Ein herzlicher Dank geht auch an Pfarrer i.R. Kurt Perrey, der mit dem Bibelfliesenteam 1700,- € für das Altersheim in Masvingo spendete. Die 20 alten Menschen sind auf Spenden angewiesen, um überhaupt das tägliche Brot beziehungsweise den Maisbrei zu bekommen.
„Ich bin mit vielen nachhaltigen Eindrücken von dieser Studienfahrt nach Burgsteinfurt zurückgekommen. Mein Blick auf afrikanische Länder ist differenzierter geworden. Beeindruckt hat mich die tiefe Frömmigkeit in unserer Partnerkirche. Deutlich ist mir aber auch geworden, wie wichtig unsere Unterstützung für die Partnerkirche ist,“ lautet das Fazit der ehemaligen Gemeindepädagogin Conny Weseloh, die sich schon auf die Aktivitäten rund um den Partnerschaftssonntag am 30.und 31. Mai in Gronau freut.


